History of Hacks – Kevin Poulsen „gewinnt“ einen Porsche

In unserer neuen Serie History of Hacks berichte ich heute über einen Angriff von Kevin Poulsen alias Dark Dante auf den Radiosender KIIS FM, um als 102. Anrufer einen Porsche zu gewinnen.

Der damals 25-jährige ist mittlerweile Journalist, unter anderem für WIRED und setzt sich gegen Cybercrime ein. Das ist einer der Gründe, weshalb dieser Hack meine Aufmerksamkeit geweckt hat.

Der Hacker Kevin Poulsen

Seine Karriere als Hacker begann Poulsen bereits im Alter von 13 Jahren, als er anfing sich mit Phreaking zu beschäftigen. Mittels Phreaking können Telefonverbindungen mit Hilfe spezieller Signaltöne manipuliert werden. Ein berühmter Phreaker war beispielsweise John T. Draper, alias Captain Crunch, über den wir bestimmt auch noch in unserer Reihe History of Hacks berichten werden. Als Poulsen 17 Jahre alt war, benutzte er seinen TRS-80 (scherzhaft auch Trash-80 genannt), um sich in das ARPANET des US-Verteidigungsministeriums zu hacken. Er wurde hierfür nicht verurteilt. 1988, mit 23 Jahren, wurde er verdächtigt eine Datenbank des FBI geknackt zu haben. Aufgrund dieses Verdachts wurde er gesucht und flüchtete.

Der Hack auf KIIS FM

Während seiner Flucht, in der Zeitspanne von 1990-1993, erlangte Poulsen als Phreaker weitläufig Bekanntheit. Mit Hilfe von zwei Freunden manipulierte er die Telefonanlagen in Los Angeles, unter anderem die Anlagen der Radiostationen von KIIS FM. Sie nahmen teil an einigen Wettbewerben des Senders, bei denen der 102. Anrufer gewinnen sollte. Ihre Vorgehensweise war relativ simpel: Sie belegten die Telefonleitungen, zählten die eingehenden Anrufe und riefen dann selber als 102. Kandidat an. So gewannen die drei unter anderem zwei Porsche, 20.000 Dollar und Reisen nach Hawaii.

Als erster Hacker in den USA wurde Kevin Poulsen im Dezember 1992 der Spionage angeklagt. Der Vorwurf dabei war der Diebstahl geheimer Unterlagen des FBI über verdeckte Ermittler, allerdings wurde diese Anklage später wieder fallen gelassen.
Trotzdem verbrachte er fünf Jahre im Gefängnis, da er für einige illegale Eingriffe in die Systeme von Telefongesellschaften verantwortlich war und so sogar zeitweise alle Telefonate im Raum Los Angeles kontrollierte.

Kevin Poulsen heute

Mittlerweile ist Kevin Poulsen als Journalist tätig, unter anderem für WIRED, wo er den Threat Level Blog mitgegründet hat. 2011 wurde sein Buch „Kingpin – How one Hacker took over the Billion-Dollar Cybercrime Underground“ veröffentlicht. Neben seiner Tätigkeit als Journalist und Schriftsteller setzt sich Poulsen aktiv gegen Cybercrime ein. Im Jahr 2006 veröffentlichte er einen Code, mit dessen Hilfe ein verurteilter Sexualstraftäter, auf der Suche nach minderjährigen Opfern auf Myspace, verhaftet werden konnte. Im Jahr 2012 entwickelte er zusammen mit Aaron Schwartz „SecureDrop“, eine Software zur sicheren Kommunikation zwischen Journalisten und den sogenannten „Whistleblowern“. Nach dem Tod von Aaron Schwartz wurde das Projekt von der Freedom of the Press Foundation übernommen. SecureDrop wird unter anderem verwendet von der Washington Post und hat 2016 den FSF Award for the Advancement of Free Software bekommen.

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